MEGAFON - alle solln es hören!
108 Jugendliche saßen voller Vorfreude am Morgen des 10. August im Gottesdienst und warteten ungeduldig auf dessen Ende. Während sich viele Väter und Mütter auf eine ruhige Woche einstellten, war die Gewo alles andere als das. Schon das erste gemeinsame Mittagessen deutete auf die Lautstärke hin, die es in der kommenden Woche noch zu steigern galt.
240 € und ein Megafon
Wie auch schon bei D16-Deluxe, der Jugendevangelisation im Dezember 2006, hatten wir wieder einen Gastprediger. Markus von Oehsen, den Jugendlichen bekannt als „MvO“, konnte uns durch seine Erfahrung als Jugendmissionsleiter nähere Einblicke in das Leben und die Aufgaben eines Missionars geben. Die Missionarin Magdalene Hildebrandt, die in Brasilien tätig ist, stand uns einen Abend lang zur Verfügung und beantwortete unsere Fragen. Sie und Markus von Ohsen brachten uns Musik und Präsentationen aus verschiedenen Ländern mit, in denen uns die Kulturen und Traditionen nähergebracht wurden. Außerdem wurden wir darüber informiert, wie wir jetzt schon und auch später in Mission einsteigen können. Wir konnten ganz praktisch, ganz Megafon, Mission unterstützen oder selbst missionieren. Hierfür hatte jede Klikke (kleine Gruppe von 7-10 Jugendlichen) 20 € zur freien Verfügung und konnte der Kreativität freien Lauf lassen. Es wurden Päckchen an Missionare unserer Gemeinde verschickt, wie z.B. an die Gründer der FeG Görlitz, Familie Böhler. Es wurden Ballons und Bibelverse verschenkt, gearbeitet um das Geld zu vermehren und zu spenden oder Kaffee verteilt. So konnten die Jugendlichen mit Menschen ins Gespräch kommen oder zum D16 einzuladen. Wir hatten während der Gewo das große Glück, dass so viele Missionare zur gleichen Zeit in Gießen waren, wie schon seit Jahren nicht mehr. Wenn man wollte, konnte man sich fast jeden Tag während des Essens mit einem anderen Missionar aus einem anderen Land unterhalten.
37 Liebesbriefe und eine Kissenschlacht
Um nicht unvorbereitet in eine Kissenschlacht hineinzustolpern, überließen die Mädchen dieses Jahr nichts dem Zufall und gingen die Kissenschlachtplanung offensiv an. So bekam jeder Junge einen in Schönschrift verfassten und einparfümierten Liebesbrief, der ihn über Ort und Zeit eines nächtlichen Treffens informierte. Trotz kleiner Verspätung trafen die Umworbenen schließlich mit Kissen bewaffnet am vereinbarten Treffpunkt ein, so dass der ersehnten Begegnung zwischen Kopf und Kopfkissen nichts mehr im Wege stand.
Zwei Familien und ein Wettstreit
Zwischen vielen neuen Ideen kam auch Altbewährtes wieder zum Einsatz. Dieses Jahr wurden die Gewoteilnehmer in zwei Familien eingeteilt: Familie Corleone trat gegen Familie Maranzano an. Durch Herausforderungen, bei denen immer um Punkte gespielt wurde, konnten der schnellste Sudokulöser, der geduldigste Queue - Ballancierer, der beste Kartenhausbauer oder die Familie, die auf weniger Stühlen Platz findet, ermittelt werden. Außerdem wurden auf ordentliche Schlafstätten, oder, am Farbentag, für das Tragen von Kleidungsstücken in der jeweils richtigen Farbe, Punkte vergeben. Über Sieg oder Niederlage wurde jedoch erst am Samstagabend entschieden, dem Mafiaabend. Durch Herausreden im Kreuzverhör, Pizzakartons falten oder Wein durch Traubenstampfen herstellen konnte in italienischem Ambiente festgestellt werden, welche Familie würdig ist, die Herrschaft zu beanspruchen. Obwohl die Corleones das Rennen machten und, ganz italienisch, bei einem Eis den Sieg feiern durften, tanzten am Ende doch beide Familien gemeinsam bis tief in die Nacht.
108 Enten und ein Gartenparadies
Das Nachmittagsprogramm wurde dieses Jahr mit unserer persönlichen Olympiade eingeleitet. Staffellauf, Diskuswerfen oder Speerwerfen waren nur zum Zeitvertreib da, denn alle warteten auf die Königsdisziplin: das Synchronschwimmen. Mit Badekappen bewaffnet stellte jede Klikke im Pool, der einen Durchmesser von drei Metern hat und bei einer Klikkengröße von bis zu 11 Personen fast wegen Überfüllung geschlossen werden musste, eine eigene Kür vor. Sie wurde nach Synchronität, Eleganz und den Pflicht- und Kürelementen von einer fachkundigen Jury bewertet. Nachdem wir Mitarbeiter die 12. Kür auf die Melodie des Ententanzes gesehen hatten, stellten wir uns die Frage, ob das wirklich so eine gute Idee war… =) Doch nicht nur die Nachmittage sorgten für große Freude, sondern auch nächtliche Aktivitäten. Warum aus den Duschen und Waschbecken der Jungs über Nacht Blumen und Efeu wuchsen und woher die Teppiche und der Kronleuchter für das orientalische Flair kamen, ist bis heute noch ein Rätsel. Die Jungs konnten sich nachts jedoch nicht mehr zu Streichen aufraffen, da sie sich tagsüber schon völlig verausgabten, indem sie die Mädchen in den Pool warfen.
Trotz des vielen Trubels, der auf der Gewo jedes Jahr stattfindet, blieb auch dieses Jahr wieder genug Zeit um Gespräche zu führen, Leute kennen zu lernen, neue Freunde zu finden und Kaffee und Kuchen zu genießen. Wir konnten einiges von und über Gott lernen und freuen uns, dass Jugendliche ein Leben mit ihm beginnen durften. Alle sollen es hören – das war das Motto der Gewo 2008, das uns neue Denkanstöße gegeben hat. Und so saßen wir 7 Tage später wieder im Gottesdienst. Diesmal weniger aufgeregt und dafür müde. Müde aber glücklich.



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