Sofa - platznehmen, wohlfühlen, mitnehmen

Ende August startete die GEWO 2009 und 130 Jugendliche (er-) lebten eine Woche gemeinsam.

Platznehmen

Schon am Sonntagmorgen fanden sich die GEWO–Teilnehmer ein, um in die „GEmeinsame WOche“, die GEWO 2009, zu starten. Thema war dieses Jahr „Sofa – platznehmen, wohlfühlen, mitnehmen“. Freunde sind nämlich wie Sofas, nur besser.

Während wir also unruhig im großen Saal saßen, voller Vorfreude auf die bevorstehende Woche, waren Nachzügler noch mittendrin im Kampf gegen den zu kleinen Koffer.

Nachdem sich jeder über seinen Küchendienst informieren konnte, Isomatte und Schlafsack ausgerollt waren, fielen schon die ersten über die frischen Kuchen her. Kurz darauf wurden wir von unserer Band „Zukunftsmusik“ mit dem neuen GEWO-Lied zum Thema Freundschaft begrüßt. Die GEWO-Shirts, die dieses Jahr neu eingeführt wurden, waren zwar sehr schön, doch das Namenlernen haben sie nicht gerade erleichtert. Wer konnte auch ahnen, dass jeder seins sofort anziehen würde und sich dadurch alle so ähnlich sahen? (Glücklicherweise hingen schon am selben Abend die ersten Shirts zum Trocknen auf der Leine.)

Wie auch schon in den letzten Jahren trafen sich zwei gegnerische Parteien, diesmal Cowboys und Indianer, regelmäßig, um sich in kleineren oder größeren Wettkämpfen zu messen. Nichtsahnend konnte man mitten in eine sehr ernstzunehmende Partie Eckenrechnen platzen, über hundert Jugendliche auf der Talstraße liegen sehen oder einem spannenden Tischfußballturnier zuschauen, für das sogar Torsten die Nachtruhe nach hinten schob.

Die größte Begegnung als Cowboys und Indianer fand jedoch am Samstag in „Stonemill Village” statt. Wer genau hinsah, konnte in Biebertal einen Indianer durch die Prärie schleichen oder einen Cowboy eine Brücke zu noch zu erobernden Gebieten bauen sehen. Nachdem wir unsere Lager eingerichtet hatten und auch die Sonne ihr Gesicht zeigte, begann der Kampf der Rothäute gegen die Bleichgesichter. Abends versammelten sich alle im Saloon, um sich noch einmal im Tunfischdosenangeln oder Moorhuhnschießen zu messen. Getanzt wurde zu Countrymusik, die von der Band live gespielt wurde, und die letzten Reste Eistee wurden auch noch vernichtet.

Wohlfühlen

130 Leute — und vier Duschen. Ungewöhnliche Umstände erforderten ungewöhnliche Maßstäbe und auch hier konnte man sich in Freundschaft und besonders in Geduld üben. Um Konfrontationen und lange Wartezeiten zu vermeiden, wurden die Duschen schon Montag um 5.00 Uhr morgens eingeweiht. Je länger die Woche allerdings dauerte, desto später kamen die Frühduscher. Verübeln konnte man es ihnen nicht, denn wer kann beruhigt wieder einschlafen, wenn er von nächtlichem Trommeln und Stampfen der Jungsfüße geweckt wurde? Zurückgeschlagen haben die Mädchen, indem sie die Flure der Jungs mit Seilen bespannten, sodass ein Durchkommen eigentlich unmöglich war. Wer nämlich morgens zu spät zum Frühstück kam, wurde mit Putzdienst bestraft.

Unfreiwillige Unterstützer bekam dadurch die Klikke, die am nächsten Morgen Küchendienst hatte. Die Klikken waren aber nicht nur zum Putzen da. Hier hatten wir die Möglichkeit, in einer kleinen Gruppe den Tag und die Predigt am Abend durchzusprechen, für einander zu beten und zu erzählen, was uns beschäftigte. Um uns besser kennen zu lernen, verbrachten wir zwei Nachmittage zusammen. Wir konnten sehen, wie unterschiedlich wir alle waren. Manche sind mitten in der Schulzeit, andere haben ihre Ausbildung angefangen, wieder andere studieren. Während einige mit ihren Freunden gemeinsam die GEWO erleben durften, kannten andere niemanden und konnten neue Leute kennenlernen und Freunde finden. Gemeinsam konnten wir bei Hausaufgaben helfen oder über verschiedene Glaubensthemen reden. Manche machten gemeinsam Sport, andere genossen die Sonne, wieder andere tranken gemütlich einen Kaffe oder lagen im Pool

Mitnehmen

Das Thema der diesjährigen GEWO war Freundschaft. Gemeinsam mit Daniel Weninger, unserem Gastprediger, dachten wir über die unterschiedlichen Aspekte zum Thema Freundschaft nach und darüber, wie wir unsere eigenen Freundschaften weiterentwickeln können. Freundschaften sind wie Sofas. Man setzt sich drauf und fühlt sich wohl. Hin und wieder verschüttet man Kakao oder man krümelt mit Keksen. Manche Flecken lassen sich entfernen, andere bleiben für immer. Ähnlich ist es auch in unseren Freundschaften.

Daniel hat uns sehr ehrlich von seinen eigenen Freunden erzählt und Beispiele gegeben, wie man ein guter Freund sein kann, gute Freundschaften aufbaut und auch in schwierigen Zeiten durchhalten kann. Wie man Flecken aus einer Freundschaft wieder entfernen kann, und dass man hierfür bereit sein muss zu vergeben.

Für Freitagabend hatten wir die Chance, unsere Freunde einzuladen, denn es war offener Abend. Viele sind gekommen und der Raum war mehr als gut gefüllt. Hier durften einige GEWO-Teilnehmer erleben, dass es sich lohnt, von ihrem Glauben zu erzählen.
Während der GEWO haben wir „Minigruppen” gebildet, wo so viele Jugendliche drin sind, wie auf ein Sofa passen. Hier konnten wir uns über die Predigten oder über unsere Freundschaften unterhalten. Auch über die GEWO hinaus werden sich die Minigruppen treffen, um sich gemeinsam über bestimmte Themen Gedanken zu machen.

Wir haben sehr viel gehört, sehr viel nachgedacht und uns sehr viel über unsere Freundschaften unterhalten. Wir haben gemeinsam überlegt, wie sich die GEWO auf die nächsten Wochen und auf unsere Freundschaften auswirken kann. Wir fiebern auf die nächsten Freitage hin, wenn wir uns im D16 endlich wiedersehen können und erinnern uns an die GEWO, sobald wir ein Sofa sehen. Sofas sind wie Freunde – nur dass man die überall mitnehmen kann.

Kommentare

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08.01.2010 - 12:56 h
Die Gewo war sooo toll...:D

*Gewo-Sehnsucht*
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